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Struktur und Planung für ein spannendes Bild

Bild

Man stelle sich einen Maler vor, der vor dem Beginn seiner Arbeit vor seiner leeren Leinwand sitzt. Dann fügt er seinem Bild Stück für Stück die verschiedenen Elemente hinzu. Er platziert Bäume, die Horizontlinie und Personen und andere Elemente höchstwahrscheinlich genau dort, wo er sie gerne haben möchte. Überflüssiges wird er hingegen weglassen, denn das würde der Bildwirkung ja nicht gerade zuträglich sein, möchte man meinen. Ebenso wie ein Maler kann man auch als Fotograf vorgehen. Man kann gewisse Aufnahmen durchaus planen, indem man sich überlegt, aus welchem Blickwinkel man ein Foto aufnimmt. So kann man entscheiden, was man gerne auf dem Bild hat, oder was man gerne weglassen möchte. Wenn Personen im Spiel sind, kann man diese auch ein wenig dirigieren, damit man seine Bildidee am besten verwirklicht sieht.

Die drei Ebenen des Bildes

Man teilt ein Bild in drei Ebenen ein, nämlich in den Vordergrund, die eigentliche Motivebene und den Hintergrund. Wenn man sein Foto anhand dieser Elemente gliedert, erreicht man auch eine räumliche Wirkung und verleiht dem Bild eine gewisse Tiefe. Man kann diese Gliederung auch als eigenes Werkzeug in der Fotografie betrachten, mit der man die Wirkung des Bildes gezielt und intensiv beeinflussen kann. Mit der Brennweite und der Tiefenschärfe kann man diese Wirkung verändern. Wenn man zum Beispiel grandiose Landschaften abbilden möchte, kann man die Wirkung noch verstärken, indem man auch im Vordergrund ein Objekt platziert. Wenn man später die Fotobücher der jeweiligen Urlaube betrachtet, hat solch ein Foto sicherlich mehr Wirkung als ein ganz normales Panoramabild. Eine markante Pflanze, ein markanter Stein oder ähnliches kann – im Vordergrund platziert – für eine entsprechende Tiefenwirkung des Fotos sorgen. Eine relativ weit geschlossene Blende gibt solchen Fotos dann auch die Tiefenschärfe, um auch die Landschaft entsprechend scharf abzubilden.

Linien und Flächen

Viele Fotos sind von markanten Linien und Flächen geprägt, die uns vielleicht beim ersten Mal hinschauen gar nicht auffallen. Bei anderen sind sie hingegen sehr deutlich sichtbar, man denke zum Beispiel an einen Sonnenuntergang am Meer und den Horizont. Der Horizont sollte immer schön gerade abgebildet werden, ansonsten „läuft das Meer aus dem Bild“, und das sollte man tunlichst vermeiden. Wenn man den Horizont fotografiert sollte man außerdem vermeiden, das Bild genau in zwei Hälften zu teilen. Das wirkt etwas einfallslos. Also den Horizont entweder etwas weiter oben oder unten im Bild platzieren. Mit anderen Linien kann man das Foto schön strukturieren. Zum Beispiel mit Straßen, einem Geländer, hintereinander stehenden Straßenlaternen und vielem mehr. Andere Linien sind vielleicht nicht so einfach zu entdecken, etwa die Schulterlinie eines Menschen oder der auf etwas zeigende Arm. Als Betrachter eines Fotos wird man den Linien unwillkürlich folgen. Mit etwas Erfahrung kann man das nützen, um seinem Foto eine spezielle Wirkung zu verleihen.
Auch für das Lesen eines Bildes gibt es gewisse Regeln, nach denen Menschen die Fotos betrachten. Nach diesen Regeln beginnt man links unten ein, der Blick durchwandert dann die Abbildung nach rechts oben. Man kann zum Beispiel mit einer Bilddiagonalen (Linie, die diagonal durch das Bild verläuft) diese Betrachtungsweise nützen und verstärkten oder abschwächen. So kann man ein Bild richtig spannend machen.

Wer ein Fotobuch erstellen möchte, ist sicherlich froh, wenn er zuvor Bilder geschossen hat, die eine kleine Geschichte erzählen. Ansonsten muss man seine Fotobücher auch noch mühsam mit Text versehen. Und wer will schon jedes Foto textlich erläutern müssen, wenn es doch auch viel einfacher geht? Natürlich kommt man beim Fotobuch Erstellen wahrscheinlich nicht gänzlich darum herum, ein paar Fotos auch mit ein paar Zeilen Text zu versehen und sie in einen gewissen Zusammenhang zu stellen. Zuviel sollte es aber eher nicht sein, denn kaum jemand will ein Fotobuch lesen müssen. Es sollte nach wie vor hauptsächlich dazu dienen, sich Bilder einer schönen Zeit anzusehen.

 

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